Mhamid (ca. 3000 Einwohner) liegt inmitten einer Dattelpalmenoase an den Ufern des Flusses Draa.
Der Name M´hamid Chezlane kommt vom Wort "Rezlane", was Gazelle bedeutet.
Diese wunderschoenen Tiere oder ihre Spuren im Sand sieht man in der Weite der Sahara, zum Beispiel bei einem Kamelritt durch die Wueste.

Ein wichtiges Kennzeichen ist auch  der 974 m hohen Djebel Ben Salman, welcher in Form einer Tajine in die Hoehe ragt. Es gibt dort auch die Ueberreste einer alten Festung aus dem 11. Jahrhundert zu sehen.

Mhamid  El  Ghezlane

Ein Dorf am Rand der Wüste
Dort, wo die Wueste nicht mehr fern ist, zeigt ein Schild mit der Aufschrift "Timbouctou 52 jours" (" 52 Tage nach Timbuktu), dass hier einmal die Handelswege der Salzkarawanen vorbeifuehrten.
Das Dorf, das einst ein Zentrum der legendaeren Transsahara-Karawanen nach Mali war, ist jetzt ein beliebter Reiseort.
Es fuehrt eine noch teilweise unbefestigte Strasse durch M´Hamid, die in die Weite der Sahara uebergeht. Man begibt sich in eine Welt der Sandduenen, in eine Welt voller Staunen und Wunder. Noch einige Meilen weiter der Ferne kann man auch die Berge erkennen, welche die Grenze zu Algerien definieren.

Die Nomaden vom Stamm der Aarib sind in der Wueste aufgewachsen. Sie kennen die Sahara wie ihre Hosentasche. Das Cafe "Kleiner Prinz" befindet sich ebenfalls am Ende dieser Strasse. Hier finden sie das Team des "Kleinen Prinzen", welches sie sicher durch die Abenteuer der Wueste geleitet.
Besonders interessant ist es auch einen Einblick in das noch urspruengliche, sehr mit der Natur verbundene Leben der Nomaden zu gewinnen, die sich aufgrund der Schulpflicht teilweise in festen Wohnsitzen niedergelassen haben, jedoch ihre Kultur weiter leben.
Die Bevölkerung von M´Hamid setzt sich zusammen aus Nomaden in der Mehrzahl, weiters aus Berbern, den Drawa, welche die Kaspar in der nahen Umgebung von M´Hamid bewohnen. Der Name Drawa kommt vom "Wadi Draa"  (dem "Draa-Tal"). Letztere sind vor allem in der Landwirtschaft tätig.
Es gibt in M´Hamid verschiedene Schulen, von der Alphabetisierung angefangen bis die Moeglichkeit das Baccalaureat (Maturaniveau) zu erlangen.
Ein Highlight ist der Souk, wo man ein grosses Angebot an frischem Obst und Gemuese, Fleisch und Fisch, Datteln, als auch Textilien und Haushaltswaren aller Art findet. Aber abgesehen davon findet man auch Ziegen, Schafe, Esel als auch Kamele, die zum Verkauf angeboten werden. Es macht grosse Freude dort herumzuschlaendern und das rege Miteinander zu geniessen.

Wer von den vielen Unternehmungen Erholung braucht, der kann sich in den Hamam begeben, wo man sich eine Massage zu teil werden lassen kann und das warme Wasser geniesst, um seine Kraefte zu erneuern. Eine Spezialitaet ist auch der "Sand-Hamam" ("hamam de sable"), wo man bis auf den Kopf voll mit Sand bedeckt wird (wirksam gegen Rheumatismus).
M´hamid ist umgeben von einem Palmenhain, wo man herumspazieren kann. Es gibt Moeglichkeiten den naechstgelegenen sehr alten Kaspar zu besuchen, welcher architektonisch aeusserst interessant ist.
Die Haeuser von M´Hamid sind noch traditionell aus Erde, Ton und Stroh gebaut, sodass sie im heissen Sommer der Sahara angenehme Kuehle spenden. Jedes Haus hat eine Terrasse, wo die Bewohner im Sommer auch am Dach schlafen. Weiters gibt es einen Innenhof (fast immer mit einem Backofen aus Lehm), und eine Unterbringung fuer Tiere wie Kamele, Ziegen, Schafe. Auch Katzen findet man immer wieder.

Sowohl Frauen als auch Maenner wissen hervorragendes Essen zu zubereiten. Die Frauen backen das Brot noch selbst, und sammeln Kraeuter in der Wueste um damit traditionelle Medizin herzustellen.
Ein Leben in M´Hamid ist gepraegt von Ruhe und dem Einklang mit der Natur.
Hier verbinden sich traditionelle Werte mit Offenheit gegenueber der Gegenwart.
Jedes Jahr Ende Maerz gibt es ein mittlerweile weit über die Grenzen Marokkos hinaus beruehmtes Festival - das "Festival der Nomaden". Jedes Jahr treffen sich hier Nomaden und Musikgruppen aus aller Welt, die gemeinsam musizieren und diskutieren. Es gibt zahlreiche Beitraege und die Nomaden versuchen den Besuchern ihre Kultur naeher zu bringen. Durch das Miteinander entsteht ein befruchtender Austausch, wo Kontakte und Freundschaften geschlossen werden. Am Ende gab´s letztes Jahr ein Kamelrennen, das zu viel Heiterkeit beitrug.




            

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